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Der 2. Monat

Freude

Unsere Tochter wird heute am 28.4.08 zwei Monate alt.
Uns kommt es schon viel länger vor - als wäre sie schon Jahre unter uns.
Die Arzthelferin meint letztes Mal, sie wirke 3 Monate älter. Sie hat sich auch prächtig entwickelt.

Uns geht das Herz auf, wenn sie uns anlächelt und freundliche Töne von sich gibt. Mittlerweile schaut sie sich auch die Gegend viel mehr an und beobachtet, wenn jemand geht oder kommt. Im ersten Monat war sie immer nur auf die Person konzentriert, die direkt vor ihr saß.

Milch

Sie trinkt weiterhin viel Milch, bzw. das mit Wasser gemischte Milchpulver. Wir haben die Portion um 1 oz. angehoben. Diese Momente genießt sie besonders. Danach gibt es noch etwas Wasser, sie reckt sich ihre Arme nach hinten und wird aufrecht gesetzt, um Bäuerchen zu machen. Zum Schluß erwartet sie einen Rundgang an der Schulter.

Mutter und Tochter

Die Mama musste ihre Lebensgewohnheiten umstellen. Einmal in der Nacht aufwachen - daran haben wir uns alle schnell gewöhnt. Die Morgenprozedur zieht sich aber meistens. Um 7 Uhr wachen wir mittlerweise gemeinsam aus. Kiwi wird gebadet, angezogen und erhält danach Milch. Danach erwartet sie Beschäftigung, bis sie wieder schläft. Möchte sie es nicht, übernehme ich das Gespräch mit ihr, damit die Mutter gegen 10 Uhr auch endlich mal frühstücken kann. Auch die anderen Mahlzeiten ändern sich entsprechend. Ich esse ohnehin am PC, um keine Arbeitszeit zu verlieren. Ein echtes gemeinsames Familienleben muss noch einige Zeit warten.

Einschlafprobleme

Schlaf

Selber einschlafen im Bett mag Kiwi eher nicht. Sie findet irgendwie nicht die richtige Schlafposition. Soll sie ihren Kopf nach links oder rechts legen? Liegt ihr Körper überhaupt auf der richtigen Höhe? Und dann sabbert sie mal eben noch die Kopfliegedecke voll, so dass es dann zu nass zum Liegen ist. Ja, das sind schon echte Probleme. Meistens kommt sie so nicht zur Ruhe und fängt an zu jammern.

Auf der Schulter

So bleibt uns nur der Einschlaftrick auf der Schulter oder auf dem Bauch. So laufen wir häufig auf und ab und sie liegt an der Schulter. Mit Einschlafliedern wie 'La Le Lu' oder 'Schlaf Kindchen schlaf' fallen ihre Augen irgendwann zu. Und dann ist es sehr einfach, sie ins Bett zu tragen. Sie wacht nicht mehr auf - ist völlig weggetreten. Es kann aber sein, dass sie das nach einigen Minuten im Bett doch merkt. Dann müssen wir die ganze Prozedur halt wiederholen.

Schlafstellung

In der ersten Zeit das Kind nicht auf dem Bauch schlafen. Wenn nicht genug Luft durch die Nase kommt, kann es zum schnellen Kindstod kommen. Auch auf Kissen soll man verzichten. Mittlerweile müsste die gefahr aber vorbei sein. Und wir haben gemerkt, dass sie auf dem Bauch viel besser schläft als auf dem Rücken. Als Kissen dient ein Handtuch.
Handschuhe trägt sie, damit sie sich nicht selber im Gesicht verletzt.

Kiwi badet

Baden

Morgens und abends erhält Kiwi eine Wäsche in einer eigenen Badewanne. Haare waschen, dann der Vorderteil, Arme und Beine und zum Schluß der Rücken. Mittlerweile macht es ihr nichts mehr aus. Auch das Abtrocknen, die Pflege von Nasen und Ohren und die Anziehprozedur hält sie problemlos aus. Vor kurzem haben wir ihr beim Anziehen noch einen Schnuller gegeben, weil sie die Zeit bis zur Milch nur mit Schreien überbrückte.  Nun weiß sie aber, wie lange sie warten muß. Sie ist ja nicht doof.

Baden

Meine Frau Ju meinte übrigens, ich solle doch mal Bilder beim Baden machen. Ich erklärte ihr, dass ich damit praktisch mit einem Bein im Gefängnis stehe. Ich tat ihr aber trotzdem den Gefallen und wählte den Blickwinkel so aus, dass ich nicht am Galgen ende. Aber auch so sind die Gesichtszüge beim Baden und Haarewaschen zu erkennen.

Gucke mal

Mittlerweile bekam sie jede Menge Besuch. Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen kamen zu hauf, brachten Geschenke mit (z.B. Windeln, Kleidung, Flaschen) und bewunderten Kiwi. Sie fand diese Aufmerksamkeit prima. Sie hat auch keine Probleme damit, wenn andere Leute sie auf den Arm nehmen. Es gibt dabei aber auch Leute, die eine etwas laute Artikulation haben und das Kind recht schnell hin- und herwippen. Das versuche ich, zu unterbinden.

Wir schauen Fußball

Durch eine kleine unerwartet eingetretene finanzielle Krise und die Geburt unseres Kindes habe ich natürlich praktisch keine Freizeit mehr. Das einzige, was ich mir außerhalb der Arbeitsstunden noch gönne ist das Betrachten der Bundesligaspiele. Aber auch hierbei kümmere ich mich um unsere Tochter. Erst Milch geben, dann zusammen Fußball schauen, die Regeln erklären und dann schläft sie irgendwann auf meinem Bauch ein.

Babycar

Da Kiwi ungern im Bett liegt haben wir uns ein Baby-Car zugelegt. Dort liegt sie bequem drin. Man kann sich wunderbar mit ihr unterhalten und sie dabei hin- und herschieben. Das gefällt ihr. Die Höhe ist verstellbar.
Auch sehr schön findet sie den Flieger. Ich lege sie auf meine beiden Arme und sie fliegt in aller Ruhe durch die Wohnung.
Eine weitere sportliche Aktivität ist das Radfahren. Ich bewege ihre Beine so, wie wenn sie radeln würde. Das macht ihr Spaß.
Wenn ich ihr die Handschuhe ausziehe, beginnt sie auch so langsam, meine Finder und das Gesicht zu berühren. Auch Bänder an ihrer Kleidung fasst sie an.

Die erste Spazierfahrt

Der erste Ausflug

Erst nach 2 Monaten soll man mit dem Baby aus dem Haus gehen, sagt man hier in Thailand. Wir haben das letzte Woche mal ausgetestet. Sie lag im Kinderwagen etwas beteiligungslos. Wir fuhren mit ihr durch unser Dorf. Nach einer Weile sah sie sich den Himmel und die Bäume an. Es ging eigentlich ganz gut. Doch plötzlich bellten Wachhunde in unserer Nachbarschaft. Kiwi bekam einen Schock und kam aus dem Schreien nicht mehr heraus. Wir brachten sie ganz schnell nach Hause, wo sie sich nach etwa 10 Minuten beruhigte. Es war wohl noch zu früh. Die Außenwelt ist zu laut und gefährlich. So warten wir wohl noch einige Monate bis zum nächsten Versuch. Auf der Schulter kommt sie immerhin ab und zu in den Garten mit.

Ihr erstes Wort war Hello

Sprachkurs

Nach etwa 7 Wochen begann unsere Tochter zu sprechen. Ich dachte, das fäng später an, aber sie ist ja schlau.
Aber ihr erstes Wort war nicht Mama oder Papa, sondern das englische Hello. Die anderen Ausrufe wie "a" oder "el" oder "oh" werte ich mal nicht mit.

Wenn Mama beschäftigt ist, sitze ich vor Fiona und spreche ihr langsam und exakt einige kurze Worte vor. Zunächst begann ich mit Buchstaben wie A, O oder L. Klappte gut. Am nächsten Tag ging ich eine Stufe weiter. Es ging um Silben. Kiwi wiederholte sie und lächelte danach. Ich lächelte auch, sagte "gut" und streichelte sie, wenn es richtig war.

Das erste richtig Wort war dann "Hello". Ich war völlig entzückt, als sie das auf Anhieb richtig nachsprach. Mit "hallo" war es schwieriger, aber auch das bekam sie mit der Zeit hin. Es folgten Worte wie "Ei", "gut", "Nom" (thailändisch für Milch). Sie konnte es. Mama und Papa klappt aber noch nicht. Anscheinend hat sie mit den Buchstaben M und P noch Probleme.

Keiner will mir das aber glauben. Ju kann ihr "Hello" nicht verstehen. Haben Frauen keine Fantasie? Ich verstehe die Babysprache jedenfalls. Ob Kiwi natürlich wirklich weiß, was sie da nachplappert, sei dahingestellt. Für mich steht aber fest: Unsere Tochter kann sprechen. Basta!

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Die 21jährige Studentin Cassandra ist fasziniert über das Thema Kinderwunsch. Wie man sich den trotz mancher Hürden erfüllen kann, beschreibt sie in ihrem beeindruckenden Blog.

 
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