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1. Monat

Kiwi macht ein Bäuerchen

Vor der Geburt habe ich viel gelesen, wie man ein Baby verpflegt. Ich dachte, ich wüsste deshalb, wie lange ein Kind schläft, wann es Hunger hat, anfängt, zu krabbeln oder zu sprechen. Doch eine Erkennntnis fehlte: jedes Baby ist wohl anders. Eltern müssen flexibel sein. Das habe ich nach den ersten drei Wochen gelernt.

Fiona ist dennoch sehr durchschaubar. Sie schreit nur, wenn sie Hunger, bzw. Durst hat oder ihre Windeln voll sind. Das Zweite kann man leicht überprüfen. Mittlerweile habe ich beim Windelwechslen schon Routine. Sie hat es sehr gut drauf, ihr Geschäft zu machen, wenn ihre Mama gerade duscht oder andersweitig beschäftigt ist. Dann muss halt der Papa ran. Aber - und darüber staune ich selber - es macht mir Spaß. Es ist ja auch wichtig, dem Kind immer mit Freude zu begegnen, auch wenn es noch so brüllt. Das fällt mir nicht schwer.

Wenn sie was trinken möchte, dann bildet sie mit ihrer Hand die Form einer Flasche und führt sie zu ihrem Mund. Das hat sie bisher dreimal gemacht. Keiner glaubt mir, dass sie das mit 2 Wochen schon kann. Ist aber wahr.

Mama telefoniert

Die Warnungen, dass wir keine schlaflose Nacht mehr haben werden, sind übertrieben. Fiona schläft in den ersten Jahren in unserem Schlafzimmer. Im Moment bekommt sie gegen 23 Uhr noch eine Milchmahlzeit, wacht dann gegen 3 Uhr einmal auf, wird wieder gestillt und schläft dann bis 8 Uhr durch. Wir haben damit bislang kein Problem.

Tagsüber ist der Pflegeaufwand höher. Alle 3 Stunden wird getrunken. Schlafen ist ihr tagsüber fast schon zu langweilig. Sie möchte auf dem Arm oder auf der Schulter liegen, sich die Wohnung ansehen oder sich unterhalten lassen. Ich gönne mir pro Tag ein bis zwei Stunden, ihr einige Dinge zu erklären oder zu singen. Ich spreche dabei teils deutsch, teils englisch. Thai sprechen die Mutter und Besucher mit ihr.

Auch wenn ich es mir aus Arbeitsgründen eigentlich gar nicht erlauben kann, mich so viel Zeit mit ihr zu beschäftigen, geniesse ich die Zeit total. Ob sie das alles schon versteht, glaube ich zwar nicht, aber vielleicht bleibt ja trotzdem das eine oder andere hängen, was ich ihr so über Tiere im Garten, Hausgegenstände, zukünftige Reisen oder den Weltfrieden berichte.

Auch ihre Mama ist zeitlich stark eingebunden. Obwohl sie zwei Monate frei hat, rufen trotzdem Kunden an und sie leitet Anfragen an ihre Kollegen weiter. Wäsche, Kochen, Säubern und Zuarbeiten beim zweimaligen Baby-Baden pro Tag übernimmt eine Tante, die wir für 5 Monate angestellt, bzw. als Geschenk von einer Schwester zur Geburt erhalten haben.

Kiwi und ihr Plüschtier

Ich habe so den Eindruck, als wenn sich Kiwi schnell entwickelt. Ich möchte, dass sie ein glückliches Kind wird. Dass sie ohne Zwänge, aber mit viel Interesse und Begeisterung aufwächst. Das Wort "Erziehung" mag ich gar nicht. Ich sage lieber "Hilfe zur Selbsthilfe". Wir stellen die Wegweiser zwar auf, aber welchen Weg unser Kind nimmt, entscheidet sie selber - solange sie niemanden schadet.

Aus meiner eigenen Kindheit weiß ich, dass ich vor allem durch Selbstbeschäftigung meine Kreativität gesteigert habe. Vor allem Gespräche mit Plüschtieren spielen m.A. eine große Rolle. Meine Mutter hat ihr bei ihrem Besuch ein Schaf als erstes Spielzeug ausgesucht. Sie berührt es mit ihren Händen, versucht mit ihm zu sprechen (natürlich nur mit Hilfe einige unverständlicher Laute) und sich an das Schaf ranzurobben. Am liebsten legt sie auch ihren Kopf in die Bauchkuhle beim Schlafen.

Auch erste Krabbelversuche sind nach zwei Wochen zu entdecken. Sie möchte auf dem Bauch liegen, bewegt die Füsse und möchte sich mit den Händen aufstützen. Das geht noch nicht. Ihr fehlen die Kräfte. Aber man merkt, sie will schnell selbstständig werden.

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Die 21jährige Studentin Cassandra ist fasziniert über das Thema Kinderwunsch. Wie man sich den trotz mancher Hürden erfüllen kann, beschreibt sie in ihrem beeindruckenden Blog.

 
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