Die Warnungen, dass wir keine schlaflose Nacht mehr
haben werden, sind übertrieben. Fiona schläft in den ersten Jahren in unserem
Schlafzimmer. Im Moment bekommt sie gegen 23 Uhr noch eine Milchmahlzeit, wacht
dann gegen 3 Uhr einmal auf, wird wieder gestillt und schläft dann bis 8 Uhr
durch. Wir haben damit bislang kein Problem.
Tagsüber ist der
Pflegeaufwand höher. Alle 3 Stunden wird getrunken. Schlafen ist ihr tagsüber
fast schon zu langweilig. Sie möchte auf dem Arm oder auf der Schulter liegen,
sich die Wohnung ansehen oder sich unterhalten lassen. Ich gönne mir pro Tag ein
bis zwei Stunden, ihr einige Dinge zu erklären oder zu singen. Ich spreche
dabei teils deutsch, teils englisch. Thai sprechen die Mutter und Besucher mit
ihr.
Auch wenn ich es mir aus Arbeitsgründen eigentlich gar nicht
erlauben kann, mich so viel Zeit mit ihr zu beschäftigen, geniesse ich die Zeit
total. Ob sie das alles schon versteht, glaube ich zwar nicht, aber vielleicht
bleibt ja trotzdem das eine oder andere hängen, was ich ihr so über Tiere im
Garten, Hausgegenstände, zukünftige Reisen oder den Weltfrieden
berichte.
Auch ihre Mama ist zeitlich stark eingebunden. Obwohl sie zwei
Monate frei hat, rufen trotzdem Kunden an und sie leitet Anfragen an ihre
Kollegen weiter. Wäsche, Kochen, Säubern und Zuarbeiten beim zweimaligen
Baby-Baden pro Tag übernimmt eine Tante, die wir für 5 Monate angestellt, bzw.
als Geschenk von einer Schwester zur Geburt erhalten haben.